Auferstehung

Zu den 12 Aposteln

Geh aus, mein Herz, und suche Freud...

Geh aus, mein Herz, und suche Freud...

Geh aus, mein Herz, und suche Freud...

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Geh aus, mein Herz, und suche Freud...

Alle Jahre wieder freuen wir uns auf ihn.  Die Rede ist vom Sommer. Wir mögen den Sommer wegen der Wärme, des Lichts und der Natur, die in dieser Zeit in ihrer ganzen Pracht und Fülle da ist. Das Auge und das Herz freuen sich bei ihrem Anblick.

 

Der Sommer, die Natur und die Freude, die sie in uns wecken. Paul Gerhardt hat dazu einst ein schönes Lied gedichtet. Die erste Strophe seines bekannten Sommerliedes lautet: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 503). Das Lied beginnt mit der merkwürdigen Aufforderung an das eigene Herz hinauszugehen und Freude zu finden. Heute würden wir sagen: Ein Mensch versucht, sich selbst einen Ruck zu geben und fordert sich auf, sich wieder zu öffnen für die schönen Seiten des Lebens. Was ist der Hintergrund dieser Aufforderung?

Es ist wohl die Erfahrung, in sich selbst - gerade - keine Freude zu finden. Niedergeschlagen und bedrückt, zieht sich ein Mensch zurück und verschließt sich.

Und dennoch gibt er den Glauben nicht auf, dass es Freude gibt und also die erfahrene Freudlosigkeit nicht alles ist. Ich denke, das versteht sich nicht von selbst. Das ist schon erstaunlich, dass einer aus der Tiefe seiner Not sich aufmacht, sich auf die Suche begibt nach der verschwundenen Freude, dem verlorenen Sinn.

Die verschwundene Freude - wo können wir sie finden?

Paul Gerhardt sagt: Draußen, in der Natur, in der schönen, sommerlich lichten und lebendigen Natur, die mich umgibt, da ist Erfreuliches zu finden. Da ist es einfach da, mir gegeben, schlicht vorhanden - von mir nur zu entdecken. Eben so ist die Freude da - auch für mich. Die Suche beginnt in und mit unserem Herzen. Und das heißt doch auch: Sie liegt uns doch nahe, ja nichts liegt uns eigentlich näher, als der Freude, die das Herzstück unseres Lebens ist, nachzusuchen, weil Gott uns doch zur Freude erschaffen hat. Die Natur kann uns dabei helfen, sie zu finden oder wiederzufinden. Lange Wanderungen sind dafür nicht die Voraussetzung. Manchmal reicht schon ein aufgeschlossener Blick aus dem Fenster und das Hören eines Vogelgezwitschers am Morgen.

 

Das Lied von Paul Gerhardt endet mit der Bitte, dass auch in uns selbst, in unserem Geist all das geschehen möge, was wir draußen in der Natur sehen. Wir selbst mögen so blühen, grünen und lebendig sein. Ich denke, dieser Bitte nach einem Sommer in uns selbst können wir uns – nicht nur unsertwegen – gut anschließen.

 

Pastor Dr. Tomáš Vočka

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